Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) für SPYDER
Geltung für gewerbliche Kunden, Rechtsanwaltskanzleien und Organisationen (B2B)
SPYDER nutzt eine Zero-Knowledge-Architektur (Client-Side-Encryption). Der Anbieter erlangt zu keinem Zeitpunkt Kenntnis von Mandatsinhalten, Chiffren oder Schlüsseln.
1. Geltungsbereich und Vertragspartner
Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen gelten für alle Verträge über die Nutzung der Cloud-Speicherlösung „SPYDER“ zwischen Sebastian Lesaar, c/o Online-Impressum 475, Europaring 90, 53757 Sankt Augustin (nachfolgend „Anbieter“) und dem gewerblichen Kunden (nachfolgend „Kunde“, insbesondere Rechtsanwaltskanzleien und Berufsgeheimnisträger).
2. Leistungsgegenstand & Verfügbarkeit
1. Der Anbieter stellt dem Kunden eine verschlüsselte Cloud-Speicherlösung (SPYDER) als Software-as-a-Service (SaaS) nach dem aktuellen Stand der Technik zur Verfügung ("Best Effort").
2. Die Plattform nutzt eine Zero-Knowledge-Architektur (Client-Side-Encryption). Der Anbieter hat zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf die vom Kunden gespeicherten Inhalte, Chiffren oder Schlüssel (Encryption Keys). Da die Synchronisation lokal ausgelegt ist, kann der Kunde auch bei einer Unterbrechung der Serververbindung offline weiterarbeiten.
3. Die Hosting-Infrastruktur wird über die Hetzner Online GmbH (Deutschland) bereitgestellt. Eine feste prozentuale Erreichbarkeit (SLA) wird ausdrücklich nicht geschuldet.
3. Vertragsschluss und Registrierung
1. Der Vertrag kommt durch den Abschluss des Registrierungsprozesses auf der Plattform (inklusive Akzeptanz dieser AGB und des AVV per Checkbox) und die Bestätigung bzw. Freischaltung durch den Anbieter zustande.
2. Der Kunde ist verpflichtet, bei der Registrierung wahrheitsgemäße Angaben zu machen.
4. Vergütung, Laufzeit, Upgrades & Zahlungsverzug
1. Die Nutzung von SPYDER erfolgt gegen die im jeweiligen Tarif vereinbarte Gebühr, zahlbar im Voraus für den gewählten Abrechnungszeitraum per Überweisung.
2. Wechselt der Kunde während eines laufenden Abrechnungszeitraums in ein höherwertiges Paket (Upgrade), führt dies nicht zu einer Änderung oder Verlängerung des ursprünglichen Vertrags- oder Erneuerungsdatums. Die verbleibende Restlaufzeit des bisherigen Pakets wird anteilig angerechnet und die Differenz für den verbleibenden Zeitraum berechnet.
3. Zahlungsfristen und Mahnwesen: Rechnungen sind innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungsstellung ohne Abzug fällig. Bleibt die Zahlung aus, erfolgt nach 5 Tagen eine Zahlungserinnerung. Nach 14 Tagen Verzug wird eine 1. Mahnung ausgesprochen. Nach 30 Tagen Zahlungsverzug wird der Zugang zum Dienst automatisch gesperrt.
5. Pflichten des Kunden, Geheimhaltung & Recovery-Phrase
1. Da der Kunde (Kanzlei) Verantwortlicher im Sinne des Datenschutzes ist und dem berufsrechtlichen Geheimnis nach § 203 StGB unterliegt, obliegt ihm die Einhaltung sämtlicher berufsrechtlicher Vorgaben sowie die sichere Verwahrung der Zugangsdaten.
2. Die Entschlüsselung und Verwaltung der Daten ist browserabhängig. Der Kunde ist allein dafür verantwortlich, die bei der Registrierung generierte 24-Wörter-Recovery-Phrase sicher zu sichern. Bei Verlust der Passwörter und der Recovery-Phrase ist eine Wiederherstellung der Daten durch den Anbieter technisch ausgeschlossen.
6. Haftung und Datenverlust
1. Für Schäden haftet der Anbieter unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit.
2. Bei einfacher Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten), beschränkt auf den vorhersehbaren, typischerweise eintretenden Schaden.
3. Jegliche Haftung für den Verlust von Daten ist ausgeschlossen, sofern der Kunde diesen Verlust durch eigene Sicherungsmaßnahmen (insbesondere die Sicherung der Recovery-Phrase und lokale Backups) hätte verhindern können. Im Übrigen ist die Haftung für reinen Datenverlust bei leichter Fahrlässigkeit ausgeschlossen.
7. Änderungen der AGB
Der Anbieter ist berechtigt, diese AGB mit Wirkung für die Zukunft zu ändern, sofern dies aus wichtigem Grund erforderlich ist. Die geänderten Bedingungen werden dem Kunden mindestens sechs Wochen vor ihrem Inkrafttreten per E-Mail sowie durch eine Benachrichtigung im Benutzerkonto mitgeteilt. Widerspricht der Kunde der Geltung nicht innerhalb von sechs Wochen nach Zugang, gelten diese als genehmigt.
8. Schlussbestimmungen
1. Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland.
2. Sollten einzelne Bestimmungen dieses Vertrages unwirksam oder undurchführbar sein, bleibt davon die Wirksamkeit des Vertrages im Übrigen unberührt.
3. Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag ist, soweit gesetzlich zulässig, Oberhausen.